Wortschatz/ Wortfelder erarbeiten mit der App Popplet (lite)

Mit der kostenfreien Popplet lite App kann man Mindmaps erstellen. Das ist nett für Projekte oder sowas. Man kann es im schulischen und/oder therapeutischem Kontext aber auch ziemlich gut für die Erarbeitung von Wortfeldern nutzen.

Kurze (!) Info zum Hintergrund: Das mentale Lexikon ist die Gesamtheit der Wörter, die ein Mensch verstehen und/ oder benutzen kann. Es ist, wie der Begriff nahelegt, ein wenig ähnlich einem Lexikon angelegt.  Unser Gehirn funktioniert dabei dynamisch und vernetzt mehrere unterschiedliche Informationen zu einem Wort. Dazu gehört neben der Bedeutung beispielsweise auch die Aussprache und/ oder Wortart….solche Dinge. Häufiger von uns benutzte Wörter finden wir auch schneller in unserem mentalen Lexikon. Wörter werden im mentalen Lexikon auf verschiedene Weise miteinander vernetzt – zum Beispiel komplette Wortfelder (z.B. Obst) und dazu passende Verben (wie essen, schneiden, kaufen…) und Adjektive (reif, grün…). Deshalb macht es für die Sprachförderung oder für den DaF/DaZ Unterricht auf jeden Fall Sinn, Wortfeldarbeit mit den Schülern zu betreiben. Je besser das mentale Lexikon vernetzt ist, desto besser und flexibler wird auch der Wortschatz der Lernenden.

Soviel an dieser Stelle zum Hintergrund. Die Popplet Lite App ist kostenlos 🙂 und funktioniert denkbar einfach, indem man Kästchen miteinander zu einer Mindmap Struktur vernetzt. Mit dieser Struktur arbeitet man dann an einem Wortfeld. Ich habe im Beispiel das Wortfeld „gehen“ genommen und alle Verben verbunden, die zu dem Begriff passen. Sortiert habe ich noch nach schnell – langsam und …. ähh… ungewöhnlich. Weitere typische Wortfelder, die man gut mit Grundschulkindern erarbeiten kann sind Tiere (schön einteilbar in Haustiere, Zootiere,Bauernhoftiere), Lebensmittel, sprechen, Jahreszeiten usw. Wortfeldarbeit ist aber nicht nur für die Kleinen sinnvoll, sondern auch für alle Stufen von DaF/DaZ und für Schüler der weiterführenden Schulen im Sinne von Berufsvorbereitung oder in der Naturwissenschaft.

Hier noch ein paar Infos für den konkreten Einsatz: die Arbeit mit dem Tablet ist deshalb praktisch für die Wortfeldarbeit, da man Dinge im Nachhinein verändern kann. Man kann also erst alle Wörter zum Wortfeld sammeln und im zweiten Schritt – mit den Kindern – noch nach weiteren Kategorien sortieren, indem man die Kästchen mit drag and drop hin- und herzieht. Ich würde beispielsweise in der Einzeltherapie oder Kleingruppenförderung arbeiten und immer abwechselnd ein Wort hinzufügen und im zweiten Schritt nach Merkmalen wie langsam oder schnell sortieren und eine Pantomime Übung hinzufügen (wie sieht stampfen aus, mach mal vor). Die Pantomime Posen der Kinder kann man natürlich auch fotografieren und den Wörtern in der nächsten Förderstunde hinzufügen – huch, da haben wir wohl einen Grund für eine Wiederholung der Lerninhalte gefunden :).

Wenn man mit der ganzen Klasse arbeitet, kann man in Gruppen arbeiten und einen Wettkampf daraus machen, welche Gruppe die meisten Wörter findet. Im Plenum kann man die Wörter überprüfen und diskutieren, welche Wörter gar nicht passen und rausgeschmissen werden müssen. Die Kinder werden das mit viel Freude machen.

Noch zu erwähnen ist, dass die Export Funktion der App es erlaubt, das Mindmap als PDF zu speichern und somit zu verschicken, auszudrucken oder sonstwie zu verarbeiten. Man kann also die Wortfelder ausdrucken und für weitere Arbeiten in der Klasse, also Dosendiktate oder die Aufsatzarbeit oder so, benutzen. Oder einfach aufhängen als Ergebnissicherung.

Eine schöne App.

App: Mit Story Creator kann jedes Kind ein Minibuch Autor werden.

Story Creator ist eine recht bekannte und zurecht geschätzte App. Sie ist in der Lite Version kostenlos und das ist für die meisten Zwecke auch ausreichend.

Der große und praktische Vorteil von Story Creator ist, dass es nur sehr wenige Funktionen gibt, um eine Seite im „Buch“ zu gestalten (und dass sie kostenlos ist natürlich). So können Kinder sehr leicht und selbstständig damit umgehen.

Im Beitragsbild sieht man eine fertige Seite und alle Funktionen, die den Kindern pro Seite für die Gestaltung zur Verfügung stehen.

  • Text einfügen (T) mit der Tastatur
  • einen dünnen oder dicken Stift mit verschiedenen Farben zum Malen oder Schreiben benutzen
  • ein Foto oder ein Video einfügen (Video klappt schlecht wegen der Größe)
  • Sprache oder Töne mit dem Mikro aufnehmen.

Mit dem + Blatt kann man die nächste Seite starten, der Mülleimer schrottet den bisherigen Entwurf. Das ist schon alles.

Ich finde es besonders geeignet für die Nacherzählung von chronologischen Geschichten – also der Grüffelo oder die Raupe Nimmersatt oder ähnliche Geschichten, in denen klare und kurze Situationen nacheinander vorkommen. Im Beitragsbild habe ich das für den Englischunterricht mit dem Buch „Go away, big green monster“ für die Erarbeitung der Vokabeln für die Köperteile.

Genauso gut kann man die Kinder damit vom Wochenende erzählen lassen. Das ersetzt das „Schreiben vom Wochenende“ im Geschichtenheft – also etwas vom Wochenende malen und dazu etwas schreiben. Sicherlich eine feine Abwechslung, die bei den Kids gut ankommt.

UND auch sehr praktisch sind Versuchsdokumentationen – auch sehr chronologische Dinge häufig. Wenn man also Kresse züchtet oder Bohnen, kann die Gruppe jeden Tag oder alle zwei Tage ein Bild von der Pflanze machen, mit den Stiften die Größe markieren und einen Satz dazu schreiben und/oder aufnehmen, welche Veränderungen beobachtet wurden.

Zu erwähnen und praktisch ist, dass man die Stories auch teilen kann, dazu muss man allerdings einen Account anlegen – etwas, dass ich eher ungerne mache.