Auf Fehler in der Kindersprache reagieren

Wie reagiert man sinnvoll, wenn Kinder begeistert erzählen, dabei aber immer wieder grobe Fehler machen? „Ich geh bei Oma“ oder „Ich den Bagger haben will“ sind Beispiele, die euch vielleicht bekannt vorkommen.

Liebevoll den Fehler erklären geht natürlich. Das Kind böse angucken und sagen „du musst an deiner Grammatik arbeiten, Lukas“ geht weniger gut. Soviel ist vermutlich allen klar. Aber für liebevolles Erklären ist erstens nicht immer Zeit Und für ein Kind mit wenig Grammtikverständnis sind Erklärungen manchmal auch gar nicht so einfach zu verstehen.

Eine gute Lösung sind „Modellierungstechniken„.

Modellierungstechniken sind verschiedene Arten, die eigene Sprache dazu zu benutzen um das Kind zu korrigieren, ohne dass das Kind es merkt. Dadurch hat das Kind nicht den Eindruck, dass es ständig Fehler macht und man kann trotzdem dafür sorgen, dass eine Verbesserung der sprachlichen Strukturen gelingt.

Hier ein Beispiel:
Kind: „Hund weg“
Erwachsener: „Ja, der Hund ist weg.“
Bei diesem Beispiel vervollständigt man einfach den Satz für das Kind, ohne darauf hinzuweisen, dass die kindliche Äußerung fehlerhaft war. Prinzipiell sorgt man einfach dafür, dass das Kind in der passenden Situation ein gutes Sprachvorbild erhält. Und Kinder lernen sehr viel Sprache durch uns als Vorbilder.

Hier noch ein Beispiel:
Kind: „Ich den Bagger haben will“
Erwachsener: „Ja. Ich will den Bagger haben.“
Hier spricht man den gesamten Satz des Kindes nach – und zwar richtig. Es ist OK und sinnvoll, die Fehler besonders deutlich und etwas über zu betonen, aber halt ohne erhobenen Zeigefinger.

Für Grammatik und Satzbau gilt generell auch, dass Fehler relativ lange noch OK sind. Generell ist das Kind mit etwa 4 Jahren in der Lage, korrekte Sätze zu bilden. Besonders schwierige Dinge wie die Genitivmarkierung oder Passivsätze werden sogar erst im Grundschulalter erworben.

Für alle, die mehr wissen wollen, habe ich den Link unten eingefügt. Auf Seite 9 sind alle Modellierungstechniken noch einmal aufgeführt und mit Beispielen versehen. Die Broschüre ist generell gut und spannend und darf sogar geteilt werden (weshalb ich mich traue, den Link hier einzufügen).

https://www.bezreg-detmold.nrw.de/200_Aufgaben/025_Schule/026_Inklusion/pdf-Inklusion/Themenheft_Sprache.pdf

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